Olivenöl

Lyso´s Kräutergarten: Ein integratives Projekt im MANI Bläuel Garten

23.06.2023

Wir berichten heute vom Lyso Garten 🌱: Bei diesem Projekt werden junge Menschen mit Behinderung zu Gärtnerinnen und Gärtnern im Biolandbau ausgebildet. Im Kräutergarten am MANI Bläuel Gelände produzieren die Jugendlichen regionale Kräuter wie Salbei und Oregano. Seit kurzem können die ersten Lyso Produkte in unserem Webshopgekauft werden. Der Erlös kommt natürlich dem Projekt zu Gute!
Ein toller Erfolg aller involvierter Menschen und eine riesige Freude für uns als MANI Bläuel die Früchte ihrer Arbeit zu sehen. Zu diesem Anlass haben wir Eva Lang und Waltraud Sperlich, die beiden Gründerinnen des Projekts, um ein Interview gebeten:

Interview mit Waltraud Sperlich und Eva Lang

Liebe Waltraud, liebe Eva, was war für euch persönlich der Grund das Projekt 2016 zu starten? 

Waltraud und Eva: Ein unerwarteter Geldsegen. Die Stiftung eines griechischen Reeders, in Liechtenstein, war auf uns aufmerksam geworden, weil wir die Sonderschule in Kalamata, die wegen der Finanzkrise in Griechenland geschlossen werden sollte, tatkräftig am Leben gehalten haben. Wir sollten etwas Gutes für benachteiligte junge Leute in der Region tun, lautete die Weisung aus Liechtenstein. Für mich, Eva, war ganz schnell klar: wenn wir junge Leute unterstützen wollen, dann diejenigen ganz am Rande der Gesellschaft. Die „Behinderten“. Mein Sohn lebt wegen Sauerstoffmangels bei der Geburt mit geistigen Defiziten, wird in einer anthroposophischen Lebensgemeinschaft in Deutschland aber optimal gefördert. Mir war bewusst, dass es keine vergleichbare Förderung für junge Erwachsene in Griechenland gibt, die die Pflichtschulzeit hinter sich haben. Deswegen wollte ich genau dort ansetzen.
Mittlerweile läuft das Projekt seit 7 Jahren. Welches Resümee zieht ihr heute?

Waltraud und Eva: Wenn wir gewusst hätten…. Wir dachten, dass unsere Lehrgärtnerei für behinderte junge Menschen auf verantwortliche Politiker so einen Eindruck machen würde, dass man uns sofort und bedingungslos unterstützen würde. Aber weil wir wir etwas ganz Neues auf die Beine stellten, wurde es sehr schwierig. Mit Neuem, Unbekanntem beschäftigen sich Bürokraten aller Länder nicht gern. Es gibt keine Richtlinien, und daher scheint die beste Lösung zu sein, es einfach auszusitzen. Das können wir aber auch. Mit unserem süddeutschen Starrsinn, besser: mit unserer bodenständigen Beharrlichkeit hatte hier keiner gerechnet. Nach und nach eroberten wir Terrain, bekamen Zugeständnisse, kamen gut durch die Corona-Zeit. Ganz im Sinne der Generalin Lyso geht der Kampf weiter, denn finanzielle Unterstützung von staatlicher oder europäischer Seite wäre langsam schon angemessen, finden wir. Abgesehen davon verwirklichen wir mit Hilfe unseres hochmotivierten Teams zielstrebig unsere Pläne.

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft des Projektes?

Waltraud und Eva: All den vielen jungen Menschen, die bei uns auf der Warteliste stehen, eine Ausbildung zu ermöglichen und einen Arbeitsplatz zu beschaffen. Das muss nicht nur im Gartenbau sein. Es gibt so viele Berufsfelder, in denen Menschen mit besonderem Hilfebedarf eingesetzt werden könnten. Allen voran im Service, in der Gastronomie. Langfristig wäre es auch sehr wünschenswert, ein Haus zu haben, in dem unsere Schützlinge bei Bedarf wohnen können.

Familie Bläuel und das MANI-Team gratulieren euch und eurem Team von ganzem Herzen ❤️:
Weiterhin Alles Gute liebe Waltraud, Eva, Giorgos, Sandy, Takis, Maria, Giorgina, Lakis und Vaso!